Man stelle sich einmal vor, wie sich die zig xt:Commerce-Betreiber dort draußen im Netz fühlen. Wahrscheinlich haben viele davon es geschafft, mithilfe eines oder mehrerer (und mehr oder weniger) kompetenten Dienstleister einen funktionsfähigen xt:Commerce-Shop an den Start zu bringen. An den zuweilen rüden Umgangston im offiziellen Supportforum hatte man sich gewöhnt und sich durch Modulzukäufe und individuelle Programmierungen sogar über einige Zusatzfunktionalitäten freuen können. Die Tatsache, dass dafür in den meisten Fällen an den Systemdateien herumgewerkelt werden musste und die automatische Updatefähigkeit damit de facto verlorenging, wurde dabei stillschweigend in Kauf genommen.
Enter Veyton: mit der neuen Version ist die Firma xt:Commerce GmbH in die Offensive gegangen, um all die Kritiker Lügen zu strafen, die in der Vergangenheit negativ über die Kommunikationspolitik der Firma und die Qualität der Software berichtet hatten, und sich mit einem komplett neu erstellten Shopsystem auf dem härter umkämpften eCommerce-Markt zu behaupten. Schon jetzt ist abzusehen, dass dieser Versuch phänomenal gefloppt ist (darüber hatte ich vor einiger Zeit auch schon etwas [intlink id="337" type="post"]geschrieben[/intlink]): Bis heute ist mir kein einziger Shop bekannt, der Veyton produktiv einsetzt. Auch eine Demoversion, die man sich online ansehen könnte, um die neuen Funktionalitäten zu testen, ist nicht verfügbar. Erhellend sind in diesem Zusammenhang auch die Diskussionen im Ecombase-Forum, in denen unter anderem über Installationsprobleme und sehr schleppende Ladezeiten des Systems berichtet wird.
So ist es nur verständlich, wenn Nutzer der Version xtc 3.04 dem neuen System gegenüber skeptisch sind. Auf Ewigkeit kann es sich aber auch kein Shopinhaber leisten, sein Online-Geschäft mithilfe einer Software zu betreiben, die in Teilen Programmcode enthält, der gut acht Jahre alt ist. Wer würde in den neuen Golf Kardanwellen des Modell T einbauen und damit in Winterurlaub fahren?
