Ebay-Alternative II: Tradoria

Vor einigen Tagen hatte ich ein paar Zeilen über das Shopping-Portal [intlink id="186" type="post"]Yatego[/intlink] geschrieben. In ähnlicher Weise habe ich mir in den letzten Tagen die Plattform Tradoria angeschaut, um einmal zu sehen, inwiefern dieses Projekt eine interessante Alternative zu eBay sein könnte.

Bei Tradoria können Händler einen eigenen Shop einrichten, darüberhinaus werden die Produkte in einem gemeinsamen Produktpool und einem eigenen Affiliate-Programm präsentiert. Bisher sind es rund 500 Händler, die über Tradoria ihre Produkte anbieten.

Eine spannende Frage im Zusammenhang mit dieser Shopping-Plattform ist die der Preisgestaltung. Laut Tradoria bezahlen Händler bis zu einem Bestellwert von € 300,00 eine Transaktionsgebühr von 8,5% des Bruttobestellwerts; dazu kommt noch eine Jahresgebühr von knapp € 200,00. Da Kunden bei Tradoria keine Versandkosten bezahlen müssen, diese also vom Händler letztlich über die Transaktionsgebühr “gesponsored” werden müssen, wirkt sich dies auch auf die einzelne Preisgestaltung aus.

Nehmen wir als Beispiel die Digitalkamera Sony DSC-S 650: Diese wird im Tradoria-Shop für € 126,84 angeboten. Im eigenen, von Tradoria unabhängigen Onlineshop des entsprechenden Onlinehändlers kostet die Kamera hingegen lediglich € 111,00. Addiert man dazu die Versandkosten von € 5,90, bezahlt der Kunde also beim Händler ingesamt € 116,90 und damit in diesem Beispiel genau 8,5% weniger als bei Tradoria. Auch bei anderen Digitalkameras des Hersteller errechnet sich der Tradoria-Preis in ähnlicher Weise.

Tradoria ist sehr übersichtlich aufgebaut und wird seinem Namen als virtuelle Shopping-Mall besonders für Nischenprodukte (“Long Tail” ick hör dir trapsen) mehr als gerecht. Für Kunden ist das Bummeln und Shoppen sicherlich vor dem Hintergrund interessant, dass wie erwähnt keine Versandkosten anfallen und es damit keine versteckten Kosten gibt. Ein weiteres Pro-Argument ist der Treuhandservice von Tradoria, der garantiert, dass die Ware ordnungsgemäß den Besitzer wechselt.

Für Händler macht Tradoria vor allem dann Sinn, wenn noch kein eigener Onlineshop vorhanden ist. Hier können sich Shopbetreiber mit wenigen Klicks einen Shop erstellen, der nicht wie bei eBay irgendwie in das Framework “hineingequetscht” wirkt sondern richtig ansprechend und individuell gestaltet werden kann. So kann man sich ganz auf die Präsentation seiner Produkte konzentrieren und muss sich nicht mehr um das Fulfillment kümmern: dafür sorgen beispielsweise der DHL-Rahmenvertrag, die Zahlungsabwicklung und der Treuhandservice. Vor diesem Hintergrund ist dann auch die jährliche Gebühr durchaus zu verschmerzen.

Eine Entscheidung für Tradoria dürfte auch vor dem Hintergrund interessant sein, dass die Firma kürzlich Venture-Capital-Unterstützung von DuMont Venture und den Samwer-Brüdern bekommen hat und somit für Weiterentwicklungen bestens gerüstet zu sein scheint.

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